Selbstmanagement für Führungskräfte
Geschrieben von: Administrator Samstag, den 21. November 2009 um 21:47 Uhr
Kommunikation - Persönlichkeit
ManagementEtwa vierzig Prozent der Führungskräfte in Deutschland haben eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Weitere zwanzig Prozent sind Ingenieure, zehn Prozent Juristen. Jetzt haben alle diese drei Ausbildungen eines Gemeinsam: sie sind äußerst intensiv fachbezogen. Und alle diese Führungskräfte haben es tagein tagaus mit Menschen zu tun: Mitarbeiter, Kunden und Partner. Je höher eine Führungskraft auf der Karriereleiter nach oben wandert, umso mehr wird der Tagesablauf durch Führen, durch Kommunikation eben mit jenen Mitarbeitern, Kunden und Partnern bestimmt. Aber durch die hohe fachliche Spezialisierung geht das „Führen“ eher unter.
Was bedeutet „Führen“ eigentlich?
Unter Führen verstehen wir das systematische Überzeugen, Verstehen, Unterstützen und Begleiten von Mitarbeitern. Neuerdings macht sich hier auch noch der Begriff „Fördern“ breit. Der englische Begriff „leadership“ leitet sich von dem Verb „to lead“ ab: „den Weg weisen“. Der Leader, die Führungskraft, ist also ein Wegweiser für seine Mitarbeiter. Das kann heute aber nur jemand leisten, der über ausgeprägte soziale und kommunikative Fähigkeiten verfügt. Man nennt dies „Soft Skills“. Und „Soft Skills“ gehören heute zum festen Repertoire von Führungskräften.
Unser Ziel heißt: kongruent und authentisch sein
Dabei geht es nicht darum, dass sich die Führungskräfte verbiegen um alle Anforderungen erfüllen zu können. Es geht vielmehr darum, ehrlich zu sein und die Fähigkeiten zu entwickeln, die genau zu uns passen. Wir nennen das am besten authentisch oder kongruent sein. Um dies zu erreichen, sollten wir die folgenden Grundsätze überlegen.
Die Verantwortung liegt bei mir!
Ein guter Zustand ist eine gute Voraussetzung für eine optimale Leistung. Aber Vorsicht: Es liegt in meiner Verantwortung, in welchem Zustand ich gerade bin. Ich bin selbst dafür verantwortlich wie ich mich fühle, ob gut oder schlecht. Denn mein Zustand wird großenteils durch meine Gefühle bestimmt und diese wiederrum entstehen aus meinen Gedanken. Ich bin, was ich denke. Und so gilt auch der Umkehrschluss: Ich denke, was ich bin.
Es sind meine eigenen Bilder im Kopf, die mir helfen oder die mich hindern. Nicht die Dinge allein sind schlecht – es sind meine Ansichten, meine Bewertungen der Dinge. Watzlawick lehrt uns mittels des Konstruktivismus, dass alles was wir denken, was wir als unsere Wirklichkeit ansehen, lediglich unsere persönliche Wirklichkeit ist. Und die neueste Hirnforschung bestätigt dies nachdrücklich. Alles was wir wahrnehmen und erkennen, ist bereits mit Emotionen angereichert, sobald es in unser Gehirn gelangt. So schwer es für uns ist, es gibt keine Objektivität. Alles was ich wahrnehme ist bereits mit meinen Bewertungen versehen. Und wenn ich das weiß, warum kann ich diese Bewertungen nicht einfach verändern? Probieren Sie es aus, es geht! Ich muss die Situation, das Verhalten meines Mitarbeiters nicht unbedingt so sehen, wie ich es tue. Es gibt noch viele andere Sichtweisen…
Und durch die Veränderung der Bilder in meinem Kopf, kann ich meine Gefühle und damit meinen Zustand beeinflussen. Ich kann die Bilder größer oder kleiner machen, herholen oder wegschieben, farbig oder schwarzweiß machen, laut oder leise, bewegt oder stehend – alles steht in meiner Macht. Wann immer ich mich schlecht fühle, liegt es in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es mir wieder besser geht! Die Art und Weise wie wir denken, bestimmt unser Verhalten.
Alles ist eine Gelegenheit – wir erschaffen unsere Welt
Täglich geschieht viel Dummes und Unverständliches. Aber müssen wir das so hinnehmen? Wir sind es selbst, die den Dingen eine Bedeutung geben, denn die Dinge an sich sind weder gut noch schlecht. Die Art und Weise, wie wir diese Dinge deuten, erschafft unsere Welt. In dieser Welt bewegen wir uns. Sie kann uns einengen oder frei machen. Wir können jetzt unser Modell der Welt erweitern, indem wir den Dingen mehrere Bedeutungen geben. Und genau darum geht es: Vielfalt statt Einfalt. Wenn wir versuchen mehrere Möglichkeiten zu denken, erhalten wir auch mehrere Verhaltensweisen. Wir können wählen, wir brechen unsere Grenzen auf und beginnen in vielem eine Gelegenheit zu sehen. Wenn uns dies gelingt, dann haben wir die Wahl, welchen Weg wir gehen wollen. Es hängt ganz von uns ab, ob wir in den Dingen, die uns widerfahren Gelegenheit erkennen. Deshalb sollten wir in verfahrenen Situationen, kurz innehalten, durchatmen und uns die Frage stellen: „Wofür ist das eine Gelegenheit?“ Mit dieser Haltung können sich uns eine ganze Menge neuer Möglichkeiten auftun. Versuchen Sie es!
Ergebnisse statt Fehler
Falls die Rückmeldungen, die wir erhalten nicht immer gut sind, dann sollten wir nicht einfach sagen: „Ich habe in dieser Verhandlung versagt. Ich war sehr ungeschickt. Ich habe einen Fehler gemacht.“
Wir könnten auch sagen: „Ich habe gerade die Rückmeldung erhalten, das mein Gesprächspartner mein Angebot nicht verstanden hat. Ich muss es auf eine andere verständlichere Art kommunizieren.“ Reden wir also nicht über Fehler, sprechen wir lieber über Ergebnisse. Es ist viel effektiver, Ergebnisse als Feedback zu verstehen. So bleiben wir flexibel und können kreative Lösungen entwickeln. Dies wird sich auf die Qualität unserer Kommunikation auswirken, denn die Art und Weise wie wir denken, bestimmt unser Verhalten. Siehe oben. Das kann natürlich nicht heißen, dass wir keine Fehler mehr machen. Aber wir bleiben in einem ressourcevollen Zustand und können uns leichter neue Lösungen einfallen lassen.
Leistung ist ein Spiel
Wie haben Sie es gelernt Leistung zu erbringen? Sie haben es gelernt, Sie haben es geübt. Alles was wir lernen wollen, müssen wir eine Zeitlang üben. Leider ist in unserer Gesellschaft Lernen oft mit harter Arbeit verbunden. Dabei wissen wir genau, dass Lernen am besten gelingt, wenn wir es spielerisch angehen und uns in einer angenehmen Atmosphäre befinden. Wir haben in der Schule gelernt, dass Lernen nichts mit Bewegung zu tun hat, dass man still sitzen muss und ernst sein. Und genauso gehen wir heute an unsere Probleme heran und wundern uns, wenn wir sie nur mühsam lösen können. Versuchen Sie ab heute einfach mal spielerisch an Ihre Themen ran zu gehen. Mit Freude, lachen und Begeisterung. Sie werden feststellen, dass genau dann Höchstleistungen möglich sind. Versuchen Sie täglich zu lernen, sich zu verbessern und entwickeln Sie sich spielerisch weiter. Das Leben ist ein Spiel. Leistung ist ein Spiel. Betrachten Sie Herausforderungen in Zukunft eher als Spiel. Und Sie werden sehen, dass Sie Stolz auf Ihre Leistungen und Erfolge sein können.
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