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Kommunikation als Führungsinstrument

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Kommunikation - weitere Artikel: KOMMUNIKATION

Kommunikation als Führungsinstrument

Wohl die häufigste Ursache für Versagen liegt nach Meinung von C.N. Parkinson, an gestörter, schlechter und falscher Kommunikation. Die Folgen können fatal sein, oft auch teuer. Vor allem dann, wenn es sich um professionelle Kommunikation handelt.

Unter Kommunikation verstehen wir hauptsächlich die zwischenmenschliche Kommunikation. Worüber sprechen Menschen miteinander? Und vor allem WIE sprechen Menschen miteinander! Klappt die Verständigung, sprechen sie eine gemeinsame Sprache?

Gespräche sind die Basis unseres Erfolges!
Wie geschickt wir Gespräche führen, entscheidet über unseren Erfolg. Fast alle unsere privaten und geschäftlichen Beziehungen gestalten wir im Gespräch und mit Gesprächen. Wenn wir dabei Sprache als Werkzeug auffassen und uns im Umgang mit diesem Werkzeug vervollkommnen, können wir die breite Palette der Möglichkeiten voll nutzen. Dabei werden wir immer wieder die Erfahrung machen: Nur wer einen wertschätzenden Umgang mit seinen Gesprächspartnern pflegt, wird auf Dauer zufrieden sein und sichert sich so langfristig den Erfolg in der Kommunikation. Jede Kommunikation beginnt bei uns selbst!

Erst wenn wir uns klar darüber sind, wo wir stehen und was wir wollen - wenn wir uns über unseren Anteil an der Kommunikation im Klaren sind - erst dann können wir gut kommunizieren und damit auch unsere Arbeit verbessern. Von Führungskräften wird heute erwartet, dass sie etwa 40 Prozent ihrer Führungskapazitäten auf sich selbst anwenden, 30 Prozent auf ihre Vorgesetzten, 20 Prozent auf ihre Kollegen und 10 Prozent auf ihre Mitarbeiter. Führung heißt also zunächst mal Selbstführung.

Der Unternehmensberater Roman Braun formuliert für jede Führungskraft drei Aufgabenbereiche:
Unser Kommunikationsverhalten ist Ausdruck unserer Persönlichkeit
Unsere Gesprächshaltung ist ein Verhalten, das auf Grund von Einstellungen und inneren Überzeugungen zustande kommt, es ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Meist verhalten wir uns spontan. Und wenn wir genau hinhören, können wir feststellen, dass sich unsere Reaktionen oft einander ähneln.

Testen Sie sich selbst: Im täglichen Gespräch sind wir schnell bei der Hand mit Interpretationen, Beurteilungen und Bewertungen. Und oft geben wir ungefragt Ratschläge zur sofortigen Lösung eines Problems, statt erst mal genau nachzufragen. Dabei sollten wir zuerst dem Gesprächspartner Verständnis entgegenbringen und uns in die individuelle Problemlage hineindenken.

Der „gute Draht“ bestimmt den Erfolg!
Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Kommunikation geht dahin, den „richtigen Draht“ zum Gesprächspartner zu finden. Schon während der aller ersten Worte fällt die Entscheidung, ob Sie mit "jemanden können" oder nicht. Unbewusste Regeln und Verhaltensweisen bestimmen dabei den menschlichen Kontakt. Hierbei vermittelt NLP, ein erfolgreiches psychologisches Kommunikationsmodell, die Kunst, sich mittels "Pacing" sprachlich und körpersprachlich voll auf den anderen einzustellen. Pacing lässt sich dabei am besten übersetzen mit „im gleichen Schritt gehen“. Als Grundregel gilt: Je größer die Ähnlichkeit mit jemand ist, desto leichter wird ein guter Kontakt (Rapport) aufgebaut. Entscheidend sind die Ähnlichkeiten in der Sprache, Körpersprache, Denkweise und weiteren Strategien. Damit lässt sich gezielt und bewusst ein guter Kontakt aufbauen.

Die vier Möglichkeiten zu reagieren
Paul Watzlawick hat bereits in den siebziger Jahren jede Gesprächssituation in eine Sach- und eine Beziehungsebene eingeteilt. Viele unsere alltäglichen Streitigkeiten beginnen auf der Beziehungsebene. Friedemann Schulz von Thun hat dieses Modell weiter vertieft und aufgezeigt, dass jede Mitteilung, die wir empfangen, vier verschiedene Arten von Informationen enthält:
  1. Sachinhalt: Ein Sachverhalt wird mitgeteilt. Diese Information ist uns direkt zugänglich.
  2. Aufforderung: Wir teilen uns mit, um etwas bestimmtes zu erreichen. Dabei befolgen wir - bewusst oder unbewusst - ein bestimmtes Ziel: Der Gesprächspartner soll sich nach unserem Wunsch verhalten.
  3. Beziehung: Die Art und Weise, wie wir mit anderen sprechen, zeigt, wie wir zum Anderen stehen.
  4. Selbstaussage: Mit jeder Äußerung geben wir auch etwas über uns selbst preis. Damit drücken wir unsere Gefühle, Meinungen und Neigungen aus - sprachlich und nicht-sprachlich.
Wir hören nur, was wir hören wollen und sehen nur, was wir sehen wollen!
Als Zuhörer haben wir jetzt grundsätzlich die freie Wahl, den Teil besonders zu beachten, der uns gerade wichtig erscheint. Wir haben also immer die Freiheit, aus diesen vier grundsätzlichen Reaktionsmöglichkeiten zu wählen. Wer bisher gewohnheitsmäßig jede Äußerung mit einem übergroßen Beziehungsohr auf mögliche Kritik abgehorcht hat, kann jederzeit entscheiden, die Ebene zu wechseln.
Übung macht den Meister
Das wichtigste Werkzeug für eine erfolgreiche Gesprächsführung ist und bleibt eine gut geschulte Wahrnehmung. Je genauer Sie wahrnehmen, was der andere denkt und fühlt, um so eher können Sie angemessen und erfolgreich reagieren. Lernen Sie deshalb Ihren Gesprächspartner genau zu beobachten und zu verstehen. Diese Fähigkeit sichert Ihnen langfristig den Erfolg in Ihrer Kommunikation. Wenn Sie noch mehr über dieses Thema erfahren wollen, - man kann eigentlich nie genug darüber wissen - lesen Sie die weiterführende Literatur oder besuchen Sie ein Kommunikations-Seminar.

Weiterführende Literatur:
Weisbach: Professionelle Gesprächsführung, dtv
Braun: NLP-Eine Einführung, Ueberreuter
Schulz von Thun: Miteinander Reden, rororo


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