Sprachkultur - Erfolg durch die richtige Gesprächspower - Teil 1
Geschrieben von: Thilo Schinkel Samstag, den 21. November 2009 um 22:40 Uhr
Kommunikation - weitere Artikel: KOMMUNIKATION
Persönliche Erfolgsstrategie - Sprachkultur - Teil 1Können Menschen mit Worten das Denken anderer verändern? Mit Worten schaffen wir Wirklichkeit. Mit Worten bilden wir eine Brücke zum Anderen. Dabei können wir das gegenseitige Verständnis erhöhen oder verringern. Mit dieser Artikelserie, die wir heute beginnen, geben wir Ihnen einen interessanten Überblick über die Möglichkeiten der modernen Kommunikation. Lernen Sie dabei wichtige Grundlagen der Gesprächsführung kennen. Ohne Gespräch ist ein erfolgreiches Führen im Alltag und im Beruf nicht denkbar. Tagtäglich führen wir Gespräche mit Mitarbeitern, Kunden oder Vorgesetzten.
Eine positive Erwartungshaltung erzeugen.
Mit Sprache Motivieren
Wenn wir mit einem Partner oder Kunden sprechen, so ist die Wahl der Worte enorm wichtig. Wir beschreiben damit nicht nur unsere eigene Wahrnehmung, sondern erzeugen damit Stimmungen und Motivation oder im schlimmsten Fall Demotivation. Unser Grundwortschatz ist natürlich meist der gleiche. Entscheidend ist aber, was wir wie sagen.
Die "Feineinstellung" macht den Unterschied
Über die Jahre hinweg haben sich bei jedem von uns persönliche Worte und Redewendungen eingegraben, die oftmals unseren Gesprächserfolg unbemerkt verhindern. Meist reicht der Austausch weniger Worte, um sofort einen viel positiveren und motivierenden Aspekt zu erzielen.
Wichtig ist dabei die Tatsache, dass unsere Worte zwar aus unserem Gehirn und unserem Denken entspringen, genauso aber umgekehrt unser Denken und unsere Gefühle beeinflussen können. Diese Tatsache wurde vor allem beim Neurolinguistischen Programmieren erkannt und bildet eine der Grundlagen für die sprachlichen Muster dieser erfolgreichen Management-Methode (weitere Informationen unter www.kommunikationstraining-nlp.de).
Beachten Sie einfach mal das folgende Beispiel*):
"Du kannst erreichen, was immer du willst, wenn du bereit bist, hart genug dafür zu arbeiten." Beachten Sie, was passiert, wenn Sie die Aussage einfach umkehren: "Wenn du bereit bist, hart genug zu arbeiten, kannst du erreichen, was immer du willst." Diese zweite Formulierung enthält genau die gleichen Wörter wie zuerst, allerdings steht hier die Aussage "hart genug zu arbeiten" im Vordergrund, was die motivierende Aussage beträchtlich abschwächt.
*)Robert Dilts, Die Magie der Sprache, Junfermann-Verlag
Gedanken verändern unsere Haltung
Wir verändern schnell und problemlos unseren Blickwinkel, indem wir unsere Gedanken ändern. Betrachten wir einfach mal unsere eingefahrenen Redewendungen und versuchen wir dadurch die Gespräche positiver und damit erfolgreicher zu führen. Worte wecken nicht allein Erwartungen bei Ihrem Gesprächspartner - Worte wirken auch auf uns, den Sprecher selbst. Haben Sie nicht auch schon mal beim Begrüßen gefragt: "Na, wie geht's?" Welche Antworten haben Sie darauf bekommen? "Es muss!" oder vielleicht "Wie soll's schon gehen?" Solche Antworten verraten nur eines: schlechte Laune und der tägliche Zwang zu arbeiten. Damit drückt jeder seine und seines Gesprächspartners Stimmung - meist unabsichtlich - nach unten.
Positive Reaktionen freisetzen
Versuchen Sie einmal bewusst Ihre Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten positiv zu begrüßen. Antworten Sie gezielt: "Mir geht es heute gut und Ihnen?" So ein Schwung steckt an! Die Arbeitsatmosphäre wird sich wandeln, wenn Sie unnötige kritische Bemerkungen vermeiden. Testen Sie es einfach selbst mal und beobachten Sie dabei genau, wie das Gespräch jetzt verläuft.
Beispiel Telefon: "Herr Maier ist heute morgen nicht da, soll ich ihm etwas ausrichten?" Im Prinzip ist nichts gegen diese Aussage ein zu wenden - allerdings klingt es ganz anders wenn Sie sagen: "Herr Maier ist heute nicht im Hause - gerne nehme ich Ihre Nachricht entgegen und werde meinen Kollegen sofort unterrichten, wenn er wieder da ist." Welch ein Unterschied, hier fühlen Sie sich zweifellos in guten Händen und spüren, dass Sie wichtig genommen werden. Allein mit dem Wörtchen "gerne" vermitteln Sie Spaß und Freude!
"Müssen Sie auch?"
Haben Sie das schon mal gehört: "Ich muss erst nachschlagen!" oder "Das muss erst im nächsten Meeting geklärt werden!" Wer das hört soll wohl meinen, Sie sind ständig unter Druck und "müssen" Ihre Pflicht erfüllen. Es wird von oben bestimmt, was Sie tun "müssen". Die Eigenverantwortung bleibt auf der Stecke. Und mit jedem "muss" türmt sich ein imaginärer Berg vor Ihrem inneren Auge auf. "Heute muss ich Müller anrufen!" und "Einkaufen muss ich auch noch!". So tragen Sie schwer an Ihrer Bürde, an Ihren Verpflichtungen. Kein Wunder, wenn die Motivation dabei immer mehr in den Keller rutscht und kein Blick mehr für die wahrhaft wichtigen und schönen Dinge übrig bleibt.
Übung: So bleiben Sie motiviert und engagiert
- Der Einsatz von "gerne".
Verwenden Sie das Wort "gerne" so oft wie möglich: "Das mach ich gerne", "Ich rufe Sie gerne zurück" usw. Am besten legen Sie sich einen Zettel mit dem Hinweis "GERNE" auf den Tisch und schauen Sie tagsüber immer mal wieder auf diese Notiz. Versuchen Sie dann das Wort "gerne" immer öfter in Ihre Formulieren ein zu bauen. Das beflügelt Ihre Gedanken, Ihre Stimmung hebt sich, Ihr Gesprächspartner fühlt sich besser. Und es ist so einfach ... - Ist der Einsatz von "muss" tatsächlich notwendig?
Sensibilisieren Sie sich einfach mal auf das Wörtchen "muss". Wie oft benutzen Sie es täglich, wie fühlen Sie sich dabei und wie geht es Ihnen, wenn Sie es durch einen positiven Ausdruck ersetzen? Versuchen Sie doch mal Ihre "Muss-Aussagen" mit "gerne" um zu wandeln.
Fortsetzung: Sprachkultur - Motivation durch die richtige Gesprächspower - Teil 2
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Stand: 21.08.2002 - Texte frei zur privaten Nutzung mit Quellenangabe erlaubt!


