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Management - Führung

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Stärken stärken durch Selbstmanagement und Selbstcoaching

Teil 1: Analyse
In der heutigen Gesellschaft ist entscheidend, ob wir uns genau kennen und auch passend einsetzen. Kennen wir unsere Stärken, unsere Werte und unsere bevorzugten Arbeitsweisen wirklich? Die Grundlage des Erfolges ist die Fähigkeit sich selbst zu managen. Erst wenn ich selber meinen optimalen Platz in der Arbeitswelt gefunden habe, kann ich die Dinge tun, die mir besonders gut liegen. Da wo ich besonders erfolgreich bin. So ist es bei den meisten Menschen. Sie sind da am erfolgreichsten, wenn sie die Dinge tun können, die sie auf ihre Weise beherrschen.

Leider wissen viele Menschen nicht, was sie können und was sie am liebsten arbeiten. Was genau sind meine Stärken? Welche Werte habe ich? Was ist mir wichtig? Wie arbeite ich? Für den Beruf, ja sogar für jede Herausforderung im Leben ist es nützlich, die passenden Antworten auf diese Fragen parat zu haben.

Beim Thema Selbstmanagement drängt sich oftmals Zeitmanagement, die Arbeitsorganisation und ähnliche Themen in den Vordergrund. Natürlich sind diese Dinge wichtig um Erfolg zu haben. Mein Ansatz ist viel stärker auf die persönliche Entwicklung ausgerichtet.

Zeit nehmen
Nehmen Sie sich Zeit, um über Ihr inneres „Betriebssystem“ nachzudenken. Nur wenn Sie mit genügend Zeit und Ruhe an die Sache gehen, können Sie sich klar werden über Ihre Ziele, Wünsche, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten.

Standortbestimmung
Beginnen Sie mit einer umfassenden Standortbestimmung. Wo stehen Sie heute? Was machen sie gerne? Was machen Sie ungern? Nehmen Sie einfach ein Blatt, das Sie in der Mitte durch eine senkrechte Linie teilen und notieren Sie auf der linken Seite alles was Sie gerne machen und auf der rechten Seite alles was Sie ungern machen. Am besten teilen Sie Ihre Gedanken und Themen in die für Sie passenden Bereiche Arbeit, Familie, Beziehung, Person usw. ein. Überlegen Sie dann für jeden Bereich, was Ihnen Freude bereitet und was Sie frustriert. Nehmen Sie sich aber genügend Zeit für diese Analyse, denn die wichtigsten Punkte fallen einem nicht immer spontan ein.

ABBILDUNG: Abb.: Lust/Frust

Stärken und Schwächen kennenlernen
Der nächste Schritt hilft Ihnen, sich über Ihre Stärken und Schwächen im klaren zu werden. Dies ist besonders wichtig, denn Sie können nur aus Ihren Stärken Nutzen ziehen, da Leistung sich nun mal nicht auf Schwächen aufbauen lässt. In der Vergangenheit mussten die Menschen ihre Stärken nicht unbedingt kennen. Man wurde in die Position oder Tätigkeit hineingeboren. Der Sohn des Bauern wurde auch Bauer und die Tochter eines Handwerkers heiratete normalerweise wieder einen Handwerker… Heute aber können wir viel stärker auswählen. Daher müssen wir auch unsere Stärken kennen, um zu wissen, wohin wir gehören.

ABBILDUNG: Abb.: Stärken-Schwächen-Analyse

Fragen Sie sich zuerst nach Ihren Stärken: Was können Sie besonders gut? Welche Chancen ergeben sich daraus?

Fragen Sie erst danach nach Ihren Schwächen: Bei welchen Aufgaben versage ich? Können Schwächen aber nicht auch Chancen sein?

Am wichtigsten sind natürlich Ihre Stärken. Konzentrieren Sie sich darauf! Nur auf diesen können Sie aufbauen und große Leistungen vollbringen. Streben Sie zu einem Arbeitsplatz, an dem Ihre Stärken zu Chancen und damit zu Ergebnissen führen. Auf seinen Schwächen hat noch niemand große Leistungen vollbracht. Außerdem ist es viel zu mühsam und aufwendig, seine Schwächen zu verbessern. Höchstleistungen entstehen nur aus Stärken!

Beginnen wir mit einer Selbsteinschätzung
Fragen Sie sich einfach, was Sie besonders gut können und loten Sie anschließend Ihre Schwächen aus. Bei welchen Aufgaben versagen Sie meistens? Ordnen Sie diese Punkte wieder nach dem gleichen Schema wie bei der Standortbestimmung: Arbeit, Familie, Beziehung, Person usw. So erhalten Sie ein systematisches Profil Ihrer Selbsteinschätzung.

Wichtiger als die Selbsteinschätzung ist aber die Einschätzung Ihrer Umwelt. Was denken Ihre Kolleginnen und Kollegen über Sie? Ihre Freunde, Familie usw. Was glauben diese Personen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Der einzige Weg, die eigenen Stärken richtig kennenzulernen, ist die Feedback-Analyse. Nur durch die Meinung der anderen Menschen erhalten Sie eine wirklich brauchbare Rückmeldung. Ihr „Blinder Fleck“, nämlich das was Sie nicht über sich selbst wissen, kann dadurch ermittelt werden. Auch die PE-Abteilungen in der Wirtschaft (Personalentwicklung) nutzen immer mehr das Instrument des 360-Grad-Feedback.

ABBILDUNG: Abb.: 360-Grad-Feedback-Anaylse

360-Grad-Feedback heißt, dass der Mitarbeiter eine Rückmeldung von unterschiedlichen Personen, also aus allen Blickrichtungen, erhält. Dabei handelt es sich um eine Einschätzung fachlicher und persönlicher Kompetenzen durch den Vorgesetzten, die Kollegen, evtl. Kunden, strategische Partner, Investoren und den Mitarbeiter selbst. So erhält der Mitarbeiter eine multidimensionale Perspektive über die eigene Leistung, sein Verhalten und sein Potenzial. Eine zeitsparende Anwendung dieser Arbeitstechnik ist heute zum Beispiel über das Internet möglich. Link-Tipp: www.360-Grad-Feedback.net

Eine alte Weisheit: Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung sind zwei verschiedene Sichtweisen
Das vierteilige Johari-Fenster, nach den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham, ist ein einfaches Modell, das einen Vergleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung zulässt und mit Hilfe dessen man Veränderungen hinsichtlich der Wahrnehmung von (interpersonaler) Beziehungen darstellen kann.
Es zeigt, dass es Verhaltensweisen gibt, bei denen unbeabsichtigte Mitteilungen zur eigenen Person vorgenommen werden, aber gleichzeitig große Bereiche der eigenen Wahrnehmung verborgen bleiben.
Nur ein Bruchteil des Verhaltens einer Person, welches für eine soziale Situation relevant ist, wird eigentlich wahrgenommen. Wesentliche Aspekte sind nicht bekannt, bewusst oder zugänglich, weder von der Person selbst noch von anderen.

Dieses Modell dient in erster Linie der Selbstreflexion und dem Abgleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Ziel ist es, durch offene Information und Kommunikation den „Blinden Fleck“ zu verkleinern und dafür die anderen drei Bereiche zu vergrößern. Je kleiner mein „Blinder Fleck“ ist, umso authentischer und damit überzeugender trete ich auf. Umso weniger Projektionen und Übertragungen werden mir zugeschrieben.

ABBILDUNG: Abb.: Johair-Fenster

Persönlichkeitsmodelle helfen weiter
In vielen PE-Abteilungen werden auch Persönlichkeitsmodelle und –tests eingesetzt, deren bekannteste wohl das DISG Persönlichkeitsprofil, das Enneagramm, das HDBI (Hermann Brain Dominance Instrument) und der Myers-Briggs-Typenindikator darstellen. Die auf der Persönlichkeitspsychologie beruhenden Theorien, widersprechen und bekämpfen sich manchmal, so dass hier mehr Verwirrung als Klarheit geschaffen wird, urteilt Prof. Dr. Walter Simon in seinem Buch Persönlichkeitsmodelle und Persönlichkeitstests (Gabal). Die meisten dieser Tests bauen auf den Gedanken von Freud und Jung (Typenlehre) auf. Wichtig ist die Qualität und professionelle Durchführung, damit die Ergebnisse brauchbar sind. Eine interessante Variante bietet das GEVA-Institut in München an. Hier kann jeder auf der Homepage www.geva-institut.de von zuhause aus einen Onlinetest zum Beispiel die Potenzialanalyse zur Karriereplanung ausfüllen und nach kurzer Wartezeit (max. 5 Tage) erhält er seine Online-Auswertung im Vergleich zur Referenzgruppe (Gebühr 38 Euro).

Erfolg hat viele Väter und Mütter
Persönlichkeitstests sind immer Konstruktionen und Verallgemeinerungen. In vielen Fällen liefern sie interessante Ergebnisse, jedoch sollten wir keinesfalls „testgläubig“ sein. Berufs- und Lebenserfolg hat viele Ursachen, die kein Test erfassen kann. Wolf Schneider hat in seinem Buch „Die Sieger“ anschaulich dargestellt, dass Erfolg vielerlei Ursachen und Auslöser hat. Er führt eine US-Studie aus dem Jahre 1998 an: Über die 50 erfolgreichsten  Manager ist dabei zu erfahren, dass es keine Gemeinsamkeiten der Lebenswege gibt. Sie sich Akademiker oder Autodidakten, Amerikaner oder Ausländer, jung oder alt, kommen aus guten und schlechten, aus armen und reichen Elternhäusern, sind Männer und Frauen und verteilen sich über die Sternbilder. Es herrscht ein ziemliches Durcheinander von Lebenswegen, Lebensregeln, Lebensentwürfen und Lebenswerken. Alles scheint möglich und alles, was möglich ist, gibt es.

Teil 2 dieses Textes folgt in Kürze.

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